Erinnerungen an Konzentrationslager: Dachau, Gusen, Auschwitz, Gross Rosen, Hersbruck, Dachau
Dachau – das siebente Lager – Dachau zum dritten Mal!

Und wirklich, am Abend 27.04.1945 kommen wir zum Tor von Dachau. Ich gehe am Rande auf dem rechten Flügel. Im Tor steht der Kommandant Weiss, zu welchem mit Motorrad kommt der Kommanadant aus Hersbruck und meldet: soll 1800, ist 420.

Dann sagt Weiss: konntest du nicht diese ganze Schweinerei auf dem Wege verlieren? Der Kommandant aus Hersbruck antwortet: es ging nicht!

Auf dem Platz schmeißen wir alles von uns ab. Dick von Läusen. Wir gehen in den Waschraum und unter die Frisörmaschine. Wir bekommen neue Nummer und man führt uns in den Isolierblock. Wir dürfen nicht aufs Lager hinausgehen! Und ich habe hier nur Kollegen! Wir sind ohne Wäsche, nackt.

An diesem Tag nachmittags hören wir die Sirene. Alle Häftlinge aus Dachau wandern auf den Appellplatz. Sie sollen das Lager verlassen und seine Evakuierung anfangen. Um uns kümmert sich niemand. Wir sind nackt. Ich weiß was das bedeutet und wie wird unser Ende sein.

Jeder ausgehende Häftling hat beladenen Rucksack, einen Koffer oder zwei und einige haben noch am Rucksack die Feldhocker. Zu uns nackten kommt ein leeres Lachen… Es genügt hinter ihnen zu gehen und das essen, was się auf dem Wege lassen, wenn sie schon nicht mehr tragen können…

Aber sie kommen zurück in die Blocks. Sie sollen warten.

Wir hinter den Drähten wussten, dass wir zur Vernichtung verurteilt sind, denn uns nackten lassen sie nicht hinaus…

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