Erinnerungen an Konzentrationslager: Dachau, Gusen, Auschwitz, Gross Rosen, Hersbruck, Dachau
Dachau – das siebente Lager – Dachau zum dritten Mal!

Wir warten, was mit uns geschehen wird. Ich habe hier Kollegen von früheren Jahren. Ich möchte zu ihnen gehen, aber am Tor sitzt der Deutsche und lässt niemanden hinein. Ich verspreche eine Portion Brot – lässt hinaus. Ich laufe zum nächsten Block der Priester. Ich rufe laut: Józek – Priester aus Straconka. Er kommt zu mir nackten, ich bitte um irgendwelchen Anzug und das Essen. Aber er stößt mich heraus und verspricht alles in mein Block, nur soll ich gehen und mit meiner Nacktheit die Augen der frommen Priester nicht besudeln. Er war überzeugt, dass er nach Hause geht, und ich behauptete, dass sie ihn nach Dachau schicken. Deshalb habe ich ihn hier gesucht. Und ich habe ihn gefunden. Er hatte schon die eingepackten eigene Sachen – den Rucksack und die Koffer. Ich habe ihn um Anzug gebeten, eine Mütze und Schuhe. Er hat mir Hosen, die mir nur zu Knien reichten,  gegeben, eine Jacke mit sehr kurzen Ärmeln, aber das war schon irgendein Aussehen. Meine Kalkulation war einfach. Wenn das Lager schon als „angezogen” hinausgehen wird, ich schließe zu ihnen an. Und um den Rest werden sie sich im Wege Sorgen machen. Er hat mir versprochen etwas zum Essen zu bringen. Ich komme aus dem Block, aber es ist mir zu Schade die versprochene Portion Brot dem Deutschen zu geben. Ich gehe auf den Appellplatz. Dort stehen die Blocks (die Baracken) und durch die Fenster kann man in Quadraten gebundene Zivilanzüge sehen. Nebenan stehen die Häftlinge und wollen zu diesen Anzügen irgendwie kommen, obwohl sie in Lageranzüge angezogen sind. Ich rufe: worauf wartet ihr und ich will mit der Faust das Fenster zerstören. Dann fühle ich, dass mich jemand von hinten am Nacken greift. Von der Seite sehe ich den Kommandanten Weiss mit dem Hund. Weiss hat mir Revolver zum Nacken gelegt und schreit: was will ich tun? Ich sage, dass ich nackt bin und mich anziehen will. Wenn du aus dem Lager gehen sollst, bekommst du Anzüge. Das ist klar, denke ich. Er hat die Hand losgelassen. Ich laufe weg. Ich habe mich umgesehen und er geht schon durch den Tor. Ich komme zurück, denn hinter dem Zaun aus Draht habe ich die trocknende Wäsche gesehen.

Ich krieche unter die Drähte, ich fühle, dass ich den Hintern zerrissen habe, aber ich bin innerhalb des Zaunes. Ich ziehe 3 Paar Unterhosen und 3 Hemde an. Ich bin schon irgendwie angezogen. Ich komme unter den Drähten zurück und ich gehe in den Block. Ich komme zum Tor und der Priester Wdowiak lässt sehr kurze und groe Schachtel und geht weg. Es bildete sich eine Sammlung von Leuten. Alle sind neugierig was in der Schachtel ist. Und es waren Gläser nach Marmelade. Alle lachen. Ich lecke die Reste aus, aber für die Kollegen ist nichts mehr geblieben. Die Portion Brot ist weggegangen. Ich habe so viel gewonnen, dass ich mich irgendwie „angezogen” habe und habe um den zweiten Ausgang gebeten. Dieses Mal bin ich zum Kollegen aus Kępno – Feliks Monieta gegangen. Dieser hat mir ein Stück Wurst gegeben. Dann bin ich zum Kollegen Teodor Musioł gegangen. Dieser hat mir etwas getrocknetes Brot gegeben und hat mir gesagt, dass uns die Vernichtung droht!

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