Erinnerungen an Konzentrationslager: Dachau, Gusen, Auschwitz, Gross Rosen, Hersbruck, Dachau
Straconka, das Jahr 1940

Zu Hause Armut. Alles blieb in Schlesien, wo ich als Lehrer arbeitete. Kein Geld, keine Vorräte von Lebensmitteln. Zur Welt ist ein Söhnchen gekommen. Meine Frau bekam Fieber. Es gelang mir eine Kautsch für meine Frau zu bekommen. Ich suche nach Arbeit. Es gelingt nicht. Ich gehe zum Schulinspektor in Bielsko. Es gibt keine Arbeit für polnische Lehrer. Ich bekam etwas Roggen und Weizen. Wir zermahlten das auf dem Mahlgang. Wir kochen es. Es entsteht eine breiartige Flüssigkeit. Wir gießen dazu Ziegenmilch – und die Familie lässt sich schmecken mit den Gedanken, dass das bis Abend ausreichen muss. Wir erwarben uns auch Kartoffeln – jetzt ist das Mittagessen „voll“. Weiterhin suche ich Arbeit. Ich gehe zum Arbeitsamt und ich lasse mich registrieren – und das war mein wesentlicher Fehler. Nur zwei Mal bekam ich eine Geldunterstützung…

In der Bäckerei warte ich auf das Brotausbacken. Ich höre die Gespräche. Die Eigentümerin der Bäckerei sperrte das Maul laut auf: Erst jetzt wird es hier Ordnung sein! Sie zeigen euch wie es sein soll! Andere Frauen hören zu, die einen nickten mit dem Kopf zu, aber es gibt auch solche, die scharf entgegenhalten. Es geht manchmal heiß in der Erwartung auf das Brot. Ich bin hier fremd, ich geniere die Menschen mit meiner Anwesenheit. So vergeht der Winter. Es brach der Frühling auf und nur deshalb wird es leichter. Polnische Kinder besuchen keine Schule. Meine Frau begann unseres Kind das Lesen und Schreiben zu Hause zu lehren. Oft besuche ich den Schulleiter Gustaw Klaja. Es kommt auch der alte Pfarrer Józef Kopiasz. Manchmal spielen wir Karten, und während des Spieles gibt es lebhafte Gespräche. In der Beurteilung der politischen Lage unterscheiden wir uns sehr. Der Priester Kopiasz behauptet, dass er einen Deutschen lieber am Hinter kissen will, als einen Russen in das Maul. Deshalb verbissene Wortstreiten.