Erinnerungen an Konzentrationslager: Dachau, Gusen, Auschwitz, Gross Rosen, Hersbruck, Dachau
Verhaftung am 23.04.1940

Es ist der 23.04.1940, 3 Uhr früh morgens. Jemand schlägt an die Tür. Ich schaue durch das Fenster. Das Haus umgeben von Soldaten. Ich mache die Tür auf. In der Wohnug ein Offizier nimmt ein Büchlein und ich sehe eine Liste von Namen und neben dem Namen gibt es verschiedene kleine Kreise, kleine Dreiecke und ähnliche. Der Offizier kontrolliert meine persönliche Dokumente und sagt: „Sie sind verhaftet”. Ich soll eine Decke und Lebensmittel für zwei Tage mitnehmen. Einfach ist es mit der Decke. Schlimmer mit dem Essen. Ich nahm alles was da war: ein halber Brotlaib und eine helbe Tüte mit Zucker. Unten warteten Soldaten. Ich ging mit ihnen. Wir gingen zum Restaurant. Dort im Saal standen schon elf Männer mit gehobenen Händen und mit zur Wand gewendeten Gesichtern, und das waren: der Schulleiter Gustaw Klaja, Tadeusz Łanoszka, Józef Łanoszka, Antoni Procner, Adamczyk Władysław und andere.

Wir warteten einige Stunden, dann der Sohn des Schulleiters (Henryk Klaja) ist geflohen und man wartete bis er zurückkommet. Es kamen Lastkraftwagen, in den nacheinander ein Häftling und ein Soldat untergebracht wurden und so war es mit allen Häftlingen. Man brachte uns auf den Gefängnishof in Bielsko.

Einige Namen wurden ausgerufen, wie Fürst Sułkowski und Adolf Adamczyk (dieser stammt aus Straconka). Beide wurden nach Hause entlassen!  Nach dem Kriege habe ich erfahren, dass Sułkowski nach Wien gefahren war und Adolf Adamczyk hat den  Namen auf „Andrzej” geändert und hat Wohnungen verteilt, denn er hat im Stadtamt in der Wohnungsabteilung gearbeitet. Er wurde zum „Großen Jagdmeister”, denn seine Frau war eine gebürtige Deutsche! Die Angelegenheit ist klar?

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