Erinnerungen an Konzentrationslager: Dachau, Gusen, Auschwitz, Gross Rosen, Hersbruck, Dachau
Unsere Proteste

Je mehr Tage dauert unser Wandern… desto mehr freuen sich unsere Herzen… Ja, wir freuen uns „innerlich”, denn neben uns gehen die SS-Männer und Hunde, aber wir reden sogar froh, wenn jemandem noch zum Gespräch die Kräfte reichen… denn wir sehen auf den Autobahnen schnell fahrende Lastkraftwagen… mit Betten… und darauf sitzende Frauen und Kinder – es kommt ein Vergleich: so wie bei uns 1939.

Und weil es nicht erlaubt war um stehen bleiben zur Urinabgabe, nur im Marsch, also wenn die Frauen mit den Lastkraftwagen fuhren, wir haben „massenhaft” im Lauf Urin abgegeben.

Endlich sind wir zu einem großen, reichen Dorf gekommen. Die Haltezeit auf einem großen Hof  eines Bauers… Die Bauern aus der Umgebung bringen in Körben verdampfte Kartoffeln… Aber wir haben schon die Wachbuden Dachaus gesehen…

Und als Protestzeichen haben wir uns auf die Kartoffeln nicht hingeworfen (so wie wir normal tun würden), sondern wir haben diesen Haufen Kartoffeln fast unberührt stehen gelassen…

Die Deutschen haben Angst… Und mit den Kartoffeln wollen sie Sympathie gewinnen. Wir haben gefühlt, dass das unsere letzte Haltezeit ist. Wir haben sogar die Türme des Lagers gesehen. Ist das Dachau? Viele Kollegen haben gesagt, wenn man uns bisher kein Wasser gegeben hat, dann wollen wir jetzt keine Kartoffeln. Uns genügt die Sicht der mit Möbeln beladenen Lastkraftwagen.