Erinnerungen an Konzentrationslager: Dachau, Gusen, Auschwitz, Gross Rosen, Hersbruck, Dachau
Wasser, Wasser!

Wir gehen aus Hersbruck, wir suchen einen Übergang über Donau. Die Brücken sind zerstört! Wir suchen einen anderen Weg, deshalb eine so viele Tage dauernde Wanderung. Wir gehen im Süden von Bayern, also in einem katholischen Land. Unterwegs gehen viele Leute vorbei, aber kein Zeichen vom Mitgefühl. Niemand natürlich bittet um igendetwas… denn er weiß, dass in den Augen der Deutschen sind wir nur Verbrecher.

Aber irgendwo gehen wir an dem Pfarrhaus vorbei. Ein Parterrehaus mit Balkon. Auf dem Balkon steht ein Pfarrer.Ich habe im Gedächtnis seinen großen weißen Kragen und diese dicke…Figur… Ich weiß nicht wie es dazu kam, hat jemand ein Signal gegeben, oder es war spontan – alle Häftlinge (die schon kaum auf den Beinen stehen) ziehen die Hände aus… und man hört nur den Ruf… Wasser … Wasser….

Und er hat sich gar nicht bewegt… Keine Geste des Mitleids, er stand wie ein General bei der Militärparade der Besiegten… Kalt wie ein Felsenstein… Und wir aus Hunger fühlen nur den Durst, einen sehr großen Durst…

Jedoch um die Genauigkeit dieses Berichtes muss ich zugeben, dass im weiteren Weg – durch ein Dorf (am Rande des Dorfes) sehen wir stehende Wannen, Eimer, Behälter mit Wasser. SS-Männer erlauben uns gnädig im Marsch, ohne Stehenbleiben in ein Töpfchen Wasser zu nehmen… So viel über Mitleid des katholischen Landes Bayern.