Erinnerungen an Konzentrationslager: Dachau, Gusen, Auschwitz, Gross Rosen, Hersbruck, Dachau
Diese Postkarte hat mir das Leben gerettet

Es war Winter des Jahres 1940. Nach dem Zurückkommen von der Arbeit in den Block hat der Blockwart einige gedruckte Zettel umher geworfen. Einige Häftlinge haben sie ergriffen.

Einer der Kollegen, natürlich der Blockwart im Gespräch mit mir war bereit diesen Zettel für 3 Portionen Brot zu geben. Ich war einverstanden. Es ging mir aber nicht um dieses Paket mit Lebensmitteln. Ich habe zwischen den Zeilen mit dem Bleistift zugeschrieben: schicke sofort warmes Hemd, Pullover, Unterhose usw. Das heißt schicke mir sofort warme Wäsche, Unterhose, Strickweste usw. Der Zensor hat diese Zuschrift nicht bemerkt. Es war schon nach Weihnachten als ich zum Blockwart gerufen wurde. Er zeigt mir zwei Pakete: was ist das?  

Ich antworte, ich weiß nicht. Und weißt du, dass ein so großes Paket darf man nicht empfangen? Natürlich weiß ich.

Nimm dieses große Paket und dieses kleine Paket (mit Lebensmitteln) nehme ich. Ich war mit Freude damit einverstanden. Ich hatte diese Wäsche den ganzen Winter 1940/41. Sie war von einem dunklen Flanell (für deutsche Karten) genäht. Alles hat die Schwester Kazia genäht. Die zwei Pullovers waren zusammengenäht, es gab Unterhose, das Hemd, die Strümpfe, Gürtel für die Nieren und eine Kaminmütze.

Wenn es warm wurde, habe ich die Wäsche abgezogen und sie zwischen Betons versteckt. Aber jemand hat sie gesehen und hat sie genommen. Aber den schwersten Winter habe ich durchgehalten!

Auf der nächsten Seite ist diese glückliche Postkarte, die 3 Portionen Brot gekostet hat, eingeschaltet. Aber ich war die nächsten drei Tage sehr hungrig.