Erinnerungen an Konzentrationslager: Dachau, Gusen, Auschwitz, Gross Rosen, Hersbruck, Dachau
Die Reflexionen

Niemandem ging es in Polen schlecht

Ein sehr interessantes Merkmal. In dieser Menge der Leute habe ich niemanden getroffen, der sich über die Verhältnisse in dem Vorkriegspolen beklagen würde. Allen ging es gut! Alle haben gut verdient. Haben die Deutschen nur die „gut” verdienenden verhaftet? – und die anderen haben sie in der Freiheit gelassen, damit sie die guten Hitlerzeiten „genießen” könnten?

War das mehr das Heimweh nach Polen, nach freiem und eigenem Polen!

Ich notiere diese Tatsache, ohne sie zu erklären.

Zu diesem Thema habe ich Gespräche nicht nur mit der Intelligenz, sondern auch mit den Arbeitern geführt. Den Arbeitern war es auch gut.

Welche Elemente sind in den Lagern emporgekommen?

Nach meinem Rückkehr hat mich jemand gefragt: was war für mich das Schwerste zu ertragen?

Ich habe kurz geantwortet: ein gewisser großer Teil der Polen.

Man soll nicht vergessen, dass nicht alle verhaftete Polen „politisch” waren. Es gab Elemente, die nichts mit der „Politik” zu tun hatten. Ich drücke das sehr tolerant aus, aber kurz gesagt – waren das zum großen Teil „polizeiwidrige” Typen. Und die sind gewöhnlich zu verschiedenen Funktionen emporgekommen, und wenn nicht in Funktionen, dann haben sie in der Arbeit, besonders im Block dominiert – sie haben einfach die Mehrheit majonisiert, gerade die politischen.

Womit haben sie sich bedient um zu majorisieren? Mit der Faust oder mit der Drohung der Faust, mit einer so vulgären Sprache, dass die Mehrheit keine Worte der Antwort fand.

Am schlimmsten war es in den „gemischten” Blocks, wo Leute aus verschiedenen Kommanden waren. Wenn schon zur Gewohnheit wurde, dass die einzelnen Kommanden „ihre” Blocks hatten, hat sich die Situation sehr geändert. Zusammen waren dann die „Genossen” der Arbeit!

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