Erinnerungen an Konzentrationslager: Dachau, Gusen, Auschwitz, Gross Rosen, Hersbruck, Dachau
Die Reflexionen

Prominenten

Prominenten oder die „bessere Lagersphäre” ist ein sehr breites Element, aber sehr interessant! Schade, dass niemand dieses Thema bearbeitet hat!

Ich würde folgende Prominenten unterscheiden: diese, die eine „bessere” Arbeit hatten und bildeten die Gruppe der besseren oder die sich als besser betrachteten, also Schreiber, Pfleger usw. Aber das war die Berufselite.

Aber eine sehr unangenehme Gruppe bildeten die Prominenten, die Gelegenheit zum Diebstahl hatten und mit der gestohlenen Ware erreichten sie die Überlegenheit über die anderen. Sagen wir als Beispiel: Wiluś Krucak? (Nr 3456) als Maler des Hauses des Kommandanten hatte die Möglichkeit der Bewegung innerhalb der „Postenkette”, und hatte seine „Kumpel” im jüdischen Lager, im Lager der Frauen und im Lager der Zigeuner, die ihm „verschiedene” Ware lieferten – und mit dieser Ware hat sogar mit den SS-Männern gehandelt (er bekam Wurst, Wodka und ähnliche Waren).

Aber wie betrachtet er diejenigen, die keine „Ader” oder Diebstahlfähigkeiten hatten?! Diese Prominenten waren nicht zu ertragen. Ich könnte viele Namen nennen, die noch heute eine ähnliche Rolle in den Organisationen spielen. Ich habe ein sehr gutes Sehensgedächtnis, ich erinnere mich an sehr viele Gesichter dieser „Prominenten”.

Und für mich – es war sehr schwer ihre Gesellschaft zu ertragen, ihre Gewohnheiten!

Sie verekelten das Lagerleben mehr als die SS-Männer! Ich habe den SS-Mann in der Wachbude „nicht gesehen”, denn ich wollte ihn nicht sehen, einen „gehenden” SS-Mann konnte man umgehen – und diese Prominenten, besonders im Block konnte man nicht sehen und nicht hören! Andere haben sich zu ihnen angeschlossen und es war ihnen gut!

Ich konnte das nicht tun, denn ich hatte keine Möglichkeit etwas zu „organisieren”, ich hatte keine Risikoader und es waren ganz andere Leute.

Servilismus

Ich sitze unter der Wand des Blocks mit dem Kollegen Tadeusz Borowski (Schriftsteller und Verfasser des Romans „Abschied mit Maria”).

Wir erzählen und es kommen Häftlinge mit einem Heft vom großen Format und bitten uns um Unterschrifte.

Und wozu und für wen? Für den Papst Pius der XII. Wir stehen beide nervös auf: und wofür sollen wir unsere Unterschriften geben? Er hat doch den Priestern die Breviere geschickt!

Na, dann dankt ihr und Hitler, das der Papst mit keinem Wort seine Verbrechen verurteilte!

Ach dieser Servilismus!

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