Erinnerungen an Konzentrationslager: Dachau, Gusen, Auschwitz, Gross Rosen, Hersbruck, Dachau
Josef Nowak, wo bist du?

Eines Tages kamen wir zu Mittag. In die Blöcke auseinanderzugehen war nicht erlaubt. Wir standen auf dem Appellplatz. Der Abend ist angekommen. Und wir ohne Essen. Vor uns die Kantine der SS-Männer. Man hört Säufergegröle der Deutschen. Es ist schon spät in der Nacht. Der ganze Stab kommt aus der Kantine. An der Spitze geht der Kommandant Karl Chmielewski. Er läßt den Bock bringen. Er sucht aus der Reihe Häftlinge heraus und läßt den Soldaten die auf dem Bock ausgestreckten Häftlinge schlagen. Vielleicht 20 oder 30 Häftlinge wurden so „ausgearbeitet”. Mein Block überwältigt die Erregung. Jeder zittert, hält nervös nicht aus. Das sieht der Blockwart und ermahnt „seid ja ruhig (?). Ich stehe in der letzten Reihe, die Reihe der höchsten. Auf einmal jemand aus der Reihe vor mir schleicht sich auf allen vieren in die Mitte des Blocks ein. Die anderen gehen nach seinem Beispiel. Alle knäueln sich zusammen, halten sich krampfhaft und man hört irgendein Gemurre, Wehklagen, Jammern. Stöhnen, Klagerufe, Weinen, Weinkrampf der Geschlagenen gellen auf dem Appellplatz. Auf einmal mein Block bricht zusammen und alle in panikartiger Furcht knäueln sich zusammen in die Mitte, es bildet sich ein Gewimmel, das sich auf eine und andere Seite taumelt. Ich stehe wie verblödet an meiner Stelle, denn es besteht keine Möglichkeit sich  die Mitte des Gewimmels hinzugelangen.

Seiten: 1 2