Erinnerungen an Konzentrationslager: Dachau, Gusen, Auschwitz, Gross Rosen, Hersbruck, Dachau
Betonkollone

Dann habe ich erfahren, dass der Pole Kapo in der Betonkollone Piotr Toczek (aus Nisko) nimmt zu seinem Kommando nur, wenn man ihm monatlich 5 Mark gibt und die „Eintragung” betrug einmalig 40 Mark. Ich musste diese Bedingungen (mit flehentlicher Bitte) annehmen und ich begann die Arbeit mit Beton in einem Holzschuppen, aber „unter dem Dach”. Ich borgte meine Kollegen an und gab das Geld dem Kapo.

Die Arbeit war schwer, aber Dach über dem Kopf war wichtig und die mitarbeitenden Gefährten waren mehr angemessen. Viel Intelligenz. Also die Atmosphäre ist sogar erträglich. Es war manchmal so, dass der Kapo mit dem Kommandoführer Gatza hatten die Lust zum Trinken. Natürlich war nötig aus uns einen entsprechenden Betrag Geld für den Kauf von Wodka in der Kantine zu erzwingen. Und es geschah so, dass in die Baracke kam persönlich der Kapo allein, aber er hat geschrien, geflucht – hat viel Lärm gemacht. Dann der Kommandoschreiber Zalewski oder sein Helfer   Michał Sywak erklärte uns: gebt jeder fünf Mark und es wird still! Und jeder hat gegeben. Dieses Geschrei erfolgte immer nach dem Erhalten der Geldsendungen von Zuhause. Ich musste manchmal alles, was ich von meiner Frau bekommen habe – das ist 5 Mark – abgeben. In diesem Kommando habe ich 2,5 Jahren gearbeitet. Wir haben Gehsteigplatten, Fensterbretter, aber am längsten haben wir Hochspannungsmasten aus Beton gemacht.

Es wurde mit Produktion der Masten für Hochspannung, die ganzes Lager umgrenzten – begonnen. Kapo hat das Kommando in „Arbeitsdreier” aufgeteilt. Ich gehörte zum Dreier Staszek Dubois und Jurek Ptakowski. Es folgte die Arbeitsteilung „innerhalb der Dreier“. Staszek Dubois (im Lager nannte er sich Dębski) wollte die Freiheit zum Rauchen haben und bückte sich nicht gern – also hat das Herstellen von „Mischung” gewählt, das heißt mit der Schubkarre brachte er Kies und Zement, mischte sie und machte den Beton. Jurek hat ihm natürlich geholfen. Ich legte die Form, legte die Ausrüstung, machte die Oberfläche glatt, machte die Form auf, „putzte” den Mast und säuberte die Form. 2 ½ Jahr haben wir diese Arbeitsart festgehalten. Auch wenn die Produktion gegen Kanalrohre oder „zokle?” oder Fensterplatten geändert wurde. Von dieser Zeit erinnere ich mich gern an  Władek Piłat, Kazek Sosnowski (arbeitet in dem Kulturministerium?), der später in die Politische Abteilung überging und viele andere.

Monotonie der Beschäftigung machte uns schwach. Es entstand ein Gedanke, dass nacheinander jeder von unser Dreier ein Thema zur Diskussion angibt und sie führt. Es waren verschiedene Themen – politische und soziale, kulturelle – was im künftigen Polen zu ändern wäre usw.

Staszek natürlich, als ehemaliger Häftling in Brześć und im Konzentrationslager in  Bereza hat viel von diesem Prozess erzählt. Nach dem Kriege wollte er Minister für Bildungswesen werden. Mich wollte er „Führer des roten Pfandfinderverbands” machen.

Jurek gehörte als Justizstudent zu ONR (Nationalradikale Partei) und zerschlug den Juden die Schaufenster. Deshalb ist er nach Polen nicht zurückgekehrt. Er blieb in der RFN (Bundesrepublik Deutschland) und redagiert irgendeine antipolnische Zeitung. Staszek war ein wütender Gegner der PPR (Polnische Arbeiterpartei) – er selbst war ein leidenschaftlicher Mitglied der PPS (Polnische Sozialistische Partei) Er war gegen die Programme der PPR. Nach dem Kriege wurde er zu einem großen Aktivist der PPR „gemacht” – es ging darum, damit seine Frau eine Rente bekommen kann und eine der Straßen in Warschau seinen Namen tragen soll.

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