Erinnerungen an Konzentrationslager: Dachau, Gusen, Auschwitz, Gross Rosen, Hersbruck, Dachau
Erste Flucht aus dem Lager

Wieja – solchen Namen hatte der Häftling (nomen omen), der als erster aus dem Lager flüchtete. Deshalb „das Stehen” ohne Essen, an heißem Tag und in der kalten Nacht. Es war nicht erlaubt weder urinieren noch Kot ablassen. Deshalb auch Gelegenheit uns zu schlagen. Schwächere Häftlinge starben. Besonders in der Hitze des Tages.     Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob die Flucht gelang oder ob er gefangen wurde. Ich erinnere mich nur an diese schreckliche Hitze, Ohnmachtsanfälle der Häftlinge, Spritzen in die Hosenbeine!

Dann gab es noch andere Flüchte der Häftlinge. Für jeden Häftling, der geflüchtet war wurden 15 andere Häftlinge „gewählt” zum Erschießen. Mit der Zeit wurde diese Anzahl bis 10 gemindert. Ich hatte das „Glück”, dass ich zwei Mal im Block war, wenn der Lagerkommandant kam und mit einer Bewegung der Hand zeigte den Häftling, und die anderen SS-Männer reißten den Häftling aus der Reihe und dann wurde er in den Block 11 geführt. Ich habe die so genannte ”Auswahl” zwei Mal erlebt! Zwei Mal habe ich mich mit dem Leben verabschiedet! Deshalb meine Meinung über die Flüchte anderer Häftlinge ist anders als man allgemein davon redet. Man schreibt sogar Broschüren über die Flüchte! Aber über diese Häftlinge (15 dann 10), die ihr Leben abgeben mussten, weil jemandem das Leben im Lager nicht gefallen hat, erinnert niemand!

In den Gesprächen mit den Kollegen, haben sie solche Argumente genutzt, dass diese „Flüchtlinge” zu Partisanen übergehen, dort kämpfen und erzählen über das Lager und von dort geht es in die ganze Welt!

Na ja! Und wieviel geflüchtete Häftlinge wurden massakriert in das Lager zurückgebracht, denn sie waren in einer Schenke in Kraków gefangen – wo sie im „Gespräch” durch die Deutschen gefangen wurden. Ich glaube in diese „Unterlagen” mit Ideen nicht! Es war ein egoistisches Unternehmen – im Lager hat es nicht gefallen und man muss flüchten.

Ein Junge aus Żywiec ist geflüchtet! Am nächsten Tag, als wir von der Arbeit zurückkamen, an der Kreuzung der Lagerstraßen stand die Greisin Mutter und der Greis Vater und zwei Bräute des Flüchtlings – sie hielten eine Tafel, dass sie so lange Geisel werden, bis der Sohn sich meldet! Wie – die  Eltern zum Lager verurteilen?!