Erinnerungen an Konzentrationslager: Dachau, Gusen, Auschwitz, Gross Rosen, Hersbruck, Dachau
Mein erstes Kommando

Wir sind außer dem Tor des Lagers gegangen. Wir gingen in Richtung der Stadt Oświęcim. Wir kamen zu den ersten Einfamilienhäusern. Unser Kommando hieß  Abbruchkommando. Wir bekamen in die Hand eiserne Brechstangen und mit ihnen haben wir die Häuser zerstört. Die einen zerstörten, die anderen legten die Balken hin, andere haben ganze Ziegel in Stapel gelegt. Und wenn die Wagen kamen, wurde das alles geladen und in Richtung des Lagers gefahren. Das war eine sehr schwere Arbeit. In diesem Kommando war ich 2-3 Tage. Da die Fluktuation der Zahlengröße der Kommandos in dieser Zeit sehr hoch war, konnte ich von einem von den Kommandos verschwinden und ein anderes Kommando aufsuchen. Natürlich diese gute und bessere Kommandos waren mit Häftlingen besetzt, die in die Evidenz des Kommandos eingetragen waren. Es war nicht einfach sich in ein solches besseres Kommando einzuschleichen. Es blieben nur die größeren Kommandos, in denen die Anzahl der Häftlinge immer fluktuierte. Zu diesen Kommandos gehört das Bahnhofkommando, und in diesem Kommando soll man die Gruppe der in den Magazinen des Bahnhofs beschäftigten unterscheiden. Natülich in diese Gruppe zu kommen war sehr schwer. Die guten Grupen wurden durch die ersten Gruppen der Häftlinge, die aus Tarnów, Kraków und anderen Städten gekommen waren, besetzt. Nach dem Verlassen vom   Abbruchkommando habe ich mich an Bahnhof angeschlossen. Hier gab es nicht so viel Arbeit für so viele Häftlinge. Das war mehr ein Vortäuschen und Markieren der Arbeit – nur um immer in Bewegung zu sein… Aber das war besser als das Abreißen der Dächer. Also wir haben die Ziegel von einem Ort zum anderen umgelagert oder den Sand von einem Haufen auf einen anderen und zurück umgelagert. Langweilige Beschäftigung, aber besser als die anderen. Es kamen die ersten Januartage. Wieder Morgenrufe – Arbeitskommando formieren. Wie gewöhnlich habe ich mich zum Bahnhof gestellt, aber es kam ein Kapo und hat einige fünfte abgeschnitten und befahl sich zu einem anderen anzuschließen. Das war wieder das Abbruchkommando, aber es zerstörte die Häuser in einem andern Teil der Umgebung. An diesem Tag wehte ein starker Frostwind. Kapo hat drei Häftlinge gewählt zum zerreißen des Daches. In diesem Dreier waren drei junge Priester aus Ruda Śląska und ich. Anfangs  haben wir gearbeitet, aber die Bewegungen der Hände wurden immer langsamer. Wir erlahmten in der Arbeit. Einer schaute auf den anderen, aber wir hörten schon auf miteinander zu reden. Die Besinnung war nur um zu wissen, dass wir vom Frost erstarren. Und in diesem Moment kam aus dem Keller Kapo und sagte mit starker Stimme – sofort herunterkommen. Er führte uns zum Keller, wo ein angezündetes Feuer war. Aufs Dach gingen andere. Aber dieses Erstarren hatte Folgen: ich bekam starkes Fieber. Zum Krankenbau wurde ich nicht angenommen. Mir wurde nur so genannte Blockschonung gegeben, das heißt das Recht zum Aufenthalten im Block durch eine bestimmte Anzahl von Tagen. Der Blockwart hat mich gern aufgenommen,  aber ich habe sofort erfahren warum. Der Blockwart war ein Deutscher, der zur Bedienung einen kleinen und einen großen Saal hatte. Mir wurde das Waschen des Fußbodens in dem großen Saal befohlen. Man musste den Fußboden Morgen nach dem Abgang zur Arbeit waschen und dann wieder nach dem Mittag, wenn wieder alle zur Arbeit gegangen sind. Und einen Scheuerlappen hat man nicht gegeben. Man scheuerte mit Ziegel. Die Zeit des Verbleibens im Block war zu Ende, aber der Blockwart beschloss mich weiter zum Fußbodenwaschen zu lassen. Aber einmal hat mich ein SS-Mann mit dem Rauchen beim Ofen entdeckt. Durch ein Fensterchen in der Tür hat alles gesehen.

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