Erinnerungen an Konzentrationslager: Dachau, Gusen, Auschwitz, Gross Rosen, Hersbruck, Dachau
Was wird mit Polen?

Nach einiger Zeit haben sich viele von uns zur Arbeit gemeldet und die bekamen ein Liter Supe. Ich habe mich nur für einen Tag gemeldet – beim Zerhacken in der Garage den Betonboden…  Ich wollte doch lieber ½ Liter Suppe… Die Entkräftung erreichte den Höchststand. Wir hatten schon wenig Hoffnung auf das Überleben des Lagers…  Jeden Tag wurden die Verstorbenen hinausgetragen… Ich bereitete mich auch zum Hingang…

Schon in Gusen war ich schwach, und jetzt in Dachau bei ½ Liter Suppe und ein Stückchen Brot wurde ich jeden Tag schwächer. Ich war sicher, dass ich aus diesem Lager nicht mehr herauskomme. Ich fand den Priester aus Panewniki – dicker und hoher Mann –ich bat ihn um eine Generalbeichte.Wir gingen in einer gerringen Entfernung um nicht wegen „sexueller Verirrung” verdächtigt werden und keinen Rosawinkel und Paragtaph 175 bekommen. Wir gingen nebeneinander und ich legte die Beichte ab. Auf einmal erteilt mir der Priester Absolutorium und geht in den Block. Ich gehe hinter ihm und sehe: der Blockwart teilt das Brot auf vier Teile. Mein Priester schaut gierig auf das geschnittene Brot! Ich habe eine Vermutung, dass er die größere Portion sucht und nach der Berechnung wird sich an diesen Platz stellen, um eine größere Portion zu bekommen. Und wieder war eine Vorstellung hin…

Im Dezember 1940 kam in den Block „eine Kommission aus Oświęcim”, die Leute zum Bau des Lagers „auswählte”… Man befahl uns sich bis zu den Hüften auszuziehen, aber man verbot uns sich mit irgendwelchen Sachen an die Kommission, die kommen wird, zu wenden. Das waren SS-Männer. Einer von ihnen befahl uns im Trab an ihn vorbeizugehen. Und er immer wieder: nach rechts, nach links. Und auf diese Weise entstanden zwei Gruppen. Eine größere, die andere kleinere. Die Nummer wurden eingetragen. Mich haben sie nach Oświęcim gewählt – trotz 2 Leistenbrüchen.

Und am 13.12.1940 der größeren Gruppe wurde befohlen sich wieder in die alten Soldatenlumpen mit dem Strich auf dem Rücken anziehen, in die Waggons gepackt und wir fuhren das zweite Mal unbewusst dessen was uns erwartet.

Wir sind am13.12.1940 abgefahren, und am 15.12.1940 in Oświęcim angekommen.


Briefe aus Dachau – 01.09.1940,15.09.1940, 29.09.1940, 13.10.1940, 27.10.1940, 9.11.1940, 24.11.1940, 8.12.1940

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