Erinnerungen an Konzentrationslager: Dachau, Gusen, Auschwitz, Gross Rosen, Hersbruck, Dachau
Verhaftung am 23.04.1940

Etwa um 17 Uhr wurden wir auf die Lastkraftwagen aufgeladen und mit großer Geschwindigkeit nach Skoczów losgefahren. Hinter jedem Kraftwagen fährt ein Kraftrad mit Anhänger, in dem ein Soldat mit Maschinengewehr sitzt. Wir sind zu der Stadt Cieszyn gekommen, zu einer alten verlassenen Fabrik (Fabrik der Biegemöbel „Mandus”), denn auf dem Fußboden liegt der Staub in einer einige Zentimeter dicken Schicht. Sie schlagen uns, lassen sich auf den Fußboden legen. Die Reihen der Liegenden werden von ihnen ”ausgeglichen”… Auf der einen Seite der Halle liegen zwei Reihen, auf der anderen Seite der Halle auch zwei Reihen. In der Mitte ist eine Bahn der freien Fläche. Wir werden von jungen Deutschen in schwarzen Uniformen bewacht. Auf der Mütze ein Totenkopf. Solche Soldaten sehe ich zum ersten Mal. Es beginnt eine Verhörung. Ausgewählt wird mit einem Reiterpeitschenschlag. Der Deliquent muss von der Stelle aufspringen und  vor diesen jungen Soldaten auf stillggestanden stehen.

Die Fragen: Was bist du vom Beruf? Beamte. Warst du ein guter Beamte? Natürlich  ja. Und jetzt folgen die Reiterpeitschenschläge. Und weißt du warum die Schläge? Nein! Wenn du ein guter Beamte warst, dann musstest du die Deutschen verfolgen! Der andere Deliquent auf die Frage, ob er ein guter Beamte wäre, antwortet: nein. Und hier gibt es Reiterpeitschenschläge. Und weißt du wofür? Nein! Wenn du schlechter Beamte warst, dann hast du die Staatfinanzen bestohlen! So ist schlecht und so ist schlecht! Gefragt wird der Lehrer. Was hast du unterrichtet? Polnische Sprache und Erdkunde. Und hier fallen die Schläge. Du hast Gedichte gegen Deutsche unterrichtet, du hast auf unser deutsches Land gezeigt!

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