Erinnerungen an Konzentrationslager: Dachau, Gusen, Auschwitz, Gross Rosen, Hersbruck, Dachau
Verhaftung am 23.04.1940

Edlich werde ich gefragt. Was hast du unterrichtet? Ich habe schon früher gedacht, dass ich solche „uschuldige” Fächer wie Mathematik und Gymnastik angeben werde. Aber auch hier ein Schlägehagel: Du hast mit den Kindern berechnet die Länge des Weges von Warschau nach Berlin. Du hast die Kinder zum Marsch nach Berlin vorbereitet… So ist schlecht und so ist schlecht! Und wahrscheinlich alle haben diese Schläge erlebt…  Zur Latrine gehen wir, und eigentlich laufen wir auf den Pfiff der Pfeife. Sitzen darf man auf „Tempo”. Der Deutsche zählt bis 10. Dann im Lauf die Hose zuknöpfen und im Lauf auf den zweiten Stock. Es gibt eine Metallwendetreppe. In der Windung stehen diese Schwarzen und schlagen. Wir haben zur Stütze der Füße nur den schmalen Teil der Treppe, also wir fallen nach unten, wo wieder mit der Reitpeitsche schlagen… Endlich sind wir im Lauf zur Halle gekommen, wir fallen auf den Bauch… und es gibt die Fortsetzung der „Verhörungen”.

Die Verhörungen hatten Pausen für körperliche „Übungen”. Mir wurde ein hundert Kniebeugen zugeteilt. Angezogen in Mantel hatte ich keine Chance sie zu leisten. Am Anfang hat mich die Hallensäule unterstützt, und ich sollte zählen, also ich habe gezählt, aber wenn ich sah, dass der „Schwarze” ist vorbeigegangen, zählte ich weiter, aber Kniebeugen habe ich nicht gemacht. Auf diese Weise habe ich eine Anzahl von Kniebeugen „gespart”. Ich  wurde überzeugt, dass man „kombinieren” muss, denn anders halte ich nicht aus!

Man hat uns in die Wagen eines Zuges geladen. Sogar in die Personenwagen! Ich habe meine Brothälfte noch in Cieszyn gegessen. Etwas Zucker ist übriggeblieben. Und damit stärke ich mich. Andere haben verschieden Lebensmittel. Nach vielen Stunden der Fahrt, wenn wieder ein Essen anfängt – der Soldat sagt laut: wenn jemand viel Lebensmittel hat, soll sich mit den Kollegen teilen, denn in Dachau wird euch alles weggenommen. Aber alle sind taub und reagieren nicht auf seine Worte.

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