Erinnerungen an Konzentrationslager: Dachau, Gusen, Auschwitz, Gross Rosen, Hersbruck, Dachau
Die Reflexionen

Wie Priester Masteja einen Priester aus mich machen wollte

Das war in Dachau bei dem zweiten Lageraufenthalt im Jahre 1940. Damals wurden wir hier „zur Erholung” geschickt. Wir saßen unter den Wänden des Blocks und ob es nötig war, oder nicht, haben wir pflichtmäßig Läuse in unserer Wäsche gesucht. Nur deshalb um nicht untätig zu sein.

Und hier, zufällig habe ich mich neben den Priester Masteja aus Czechowice gesetzt. Vom Wort zum Wort haben wir über Religion und Philosophie diskutiert – und deshalb der Priester Masteja kam zum Vorschlag, dass auch ich ein Priester sein könnte! Aber ich habe gesagt, dass ich eine Frau habe. Am nächsten Tag kommt der Priester Masteja mit solcher Lösung – der Papst wird dyspenzi erteilen – das heißt einer Erlaubnis, natürlich nach den Studien, ein Priester zu werden.

Aber ich habe gesagt, dass ich Kinder habe! Und wieder am nächsten Tag kommt er mit einer Lösung: die Kinder werden in das Kloster abgegeben! Und so weiter, weiter. Wir haben diskutiert, aber ich habe das als „Zeittötung” betrachtet.

Der Priester Masteja ist nach Polen zurückgekehrt und befindet sich wahrscheinlich im Kloster in Czechowice.

Über gewisse menschliche Schwäche

Zur Illustrierung werde ich mich mit einem Beispiel bedienen. Im Betonwerk hat ein Roman Holi (aus Łódź?). Er war nett und sehr geschwätzig!

Er hatte in sich etwas vom „Moralist” oder Kanzelredner. Er hat immer belehrt. Wie kam es zu seinem Titel „Herr Rechtsanwalt” das weiß ich nicht. Ich habe einfach seinen Vornamen gesagt: Romek. Aber die anderen – Rechtsanwalt! Er hat auch eine Terminologie der Rechtsanwälte gebraucht – so, dass man ihn als Rechtsanwalt betrachten könnte. Erst nachdem ich nach Gross Rosen gebracht wurde, habe ich einen anderen Einwohner der Stadt Łódź kennengelernt (an den Namen kann ich mich nicht mehr erinnern), der mit ihm gearbeitet hat – im Gericht, aber im „Anträgeblatt”. Im Jahre 1947, als ich zum Lager einen Ausflug des Lehrerinstituts geführt habe, Romek Holi nachdem er mich gesehen hat, hat sich in einen Ausflug eingemischt. Solche Leute wie Roman Holi gab es mehr nicht nur in dem Betonwerk. Sie wollten um jeden Preis „höher sein” als sie wirklich waren.

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