Erinnerungen an Konzentrationslager: Dachau, Gusen, Auschwitz, Gross Rosen, Hersbruck, Dachau
Für immer blieben sie in Gusen

Die Leistenbrüche wurden immer größer… ich konnte nicht laufen… und Ende Juli (1940 r.) habe ich mich zum „Lagerarzt”- dem Arzt im Lager gemeldet, der mir schon eine Bescheinigung zur „leichten Arbeit” gegeben hat. Das Kommando zählte 20 Leute, alte Leute oder Körperbehinderte. Unsere Arbeit bestand darauf, dass wir die von den Häftlingen ausgeworfene Papierumschläge vom Wurst, Blätter und Müll verschiedener Art gesammelt haben.

Aber diese Arbeit haben wir in 2-3 Stunden ausgeführt und um weitere Beschäftigung für weitere Stunden zu haben, haben wir wieder Müll im Lager umgeworfen. Und dabei hat uns der Lagerkapo Matuschka (Tscheche) gemerkt und begann uns mit der Peitsche zu schlagen, dann mit Fäusten und schließlich mit Stock… Mir hat er nicht nur den Kopf zerschlagen, aber auch meine Brille hat er zerschlagen… Ich war blind… Auf die Überredung der Kollegen ging ich zum Arzt… Er fragte, wer mir das gemacht hat… Ich, in meiner Naivität habe gesagt, dass Matuschka – er hat ih gerufen und persönlich hat er ihn mit Peitsche richtig geschlagen. Ich habe Brille nach einem Gestorbenen bekommen – 4 Dioptrie zu stark. Seit dieser Zeit Capo Matuschka hat nach mir „gejagt”, bis er mich gefangen hat. Die Brille ließ er mir abnehmen und dann hat er „das Dreschen” angefangen. Erst jetzt wurde ich „arbeitsunfähig”. In der Nähe vom 10 August 1940 wurde das ganze Kommando zum Arzt aufgefordert. Dieser hat jeden gesondert angesehen, bei mir hat 2 Leistungsbrüche und Augen angesehen und hat etwas notiert!

Ich wurde „Muselmann” das heißt „lebender Verstorbene” und als Arbeitsunfähigen wurde ich wieder nach Dachau „zur Erholung” gerichtet. Wir haben an die „Erholung” nicht geglaubt – wir waren sicher, dass zum „Gas”.

Zwei Tage später beim Appell wurde meine Nummer gerufen, dass ich zur Arbeit nicht gehen soll. Die anderen gehen zur Arbeit. Auf dem Appellplatz bleibt fast das ganze Kommando „leichte Arbeit”. Wir stehen auf dem Appellplatz. Die anderen kommen zurück zum Mittagessen. Sie sehen uns, verabschieden sich und sagen, dass wir zum Gas gehen, denn in Gusen gibt es noch kein Krematorium. Am13.08.1940 nach dem Mittag kommt ein gedecktes Auto und wir werden in das Auto einegsetzt. Aus dem Revier werden noch mehr Kranke ausgeführt und das Auto fährt. Wir werden nach Mauthausen gebracht. Wir stehen (wer noch stehen kann) auf dem Platz. Es dauert einige Zeit. Zu unserer Gruppe werden noch etwa 500 ähnlich Kranke aus dem Lager in Mauthausen und …. werden in Waggons eingeladen. Wir steigen in die Waggons ein. Die anderen werden eingetragen. Der Zug fährt. Im Waggon die Schwächeren sterben. Besonders die mit Durchfall. Im Waggon ist erstickend schwül, so dass man schwach wird.

Seiten: 1 2