Erinnerungen an Konzentrationslager: Dachau, Gusen, Auschwitz, Gross Rosen, Hersbruck, Dachau
Mein erstes Kommando

Nach einigen Tagen höre ich, dass ein sehr gutes Kommando ist die Arbeit bei den Pferden. Ich versuchte dort hinzugelangen, aber am ersten Tag wurde ich „abgeschnitten”, doch am nächsten Tag wurde ich in der letzten Fünfer zum  Landwirtschaftskommando angerechnet! Wir bleiben vor den Pferdeställen stehen. Zwei neue Häftlinge in diesem Kommando warten auf Zuteilung „ihrer Pferde”. Endlich die Pferdeknechte führen ein Paar riesengroßer Pferde (Percherone) heran. Auch zu mir wurde ein Paar hergeführt. Ich schaue auf den ersten, der den Zaun dem Pferd anlegt und ich versuche ihn genau nachzuahmen. Niemals im  leben war ich so nahe den Pferden und ich hatte nie mit den Pferden zu tun. Endlich komme ich zum Wagen – die Kriegsbeute aus Flandern. Riesengroßes Fuhrwerk. Ich soll Pferde zum Fuhrwerk einspannen. Auf dem Fuhrwerk steht Post und schreit auf mich. Als ich endlich die Pferde eingespannt habe, sollte ich aus dem sogenannten Waggonplatz ausfahren und in eine kleine Seitenstraße einfahren, die Pferde anhalten, Mütze abnehmen und meine Ausfahrt melden. Na, – es ging auf irgendwelche Weise! Wir fahren zur Stadt  Oświęcim. Die Kollegen aus dem Abbruchkommando haben das Fuhrwerk mit Balken vollgeladen. Zum Lager komme ich jetzt zu Fuß mit den Zügeln in den Händen. Von  der anderen Seite fährt ein Bus. Das Auto hupte. Die Pferde sprangen auf. Auf dem schlüpfrigen Weg rutschte ich aus und mit dem Kopf und mit der rechten Seite des Brustkorbs habe ich das Rad angefasst. Die Pferde zogen mich einige Meter. Hinter mir ging Post. Endlich bin ich aufgestanden und ich höre wie der eine Post zum anderen Post sagt: aber der hat Schwein gehabt! Er wartete, bis mich das Rad überfährt! Nach der Mittagspause habe ich mich nicht mehr zum Pferdestall gemeldet.  Ich nahm die Mistgabel und legte den Dünger. Ich sehe den Lagerkommandanten wie er zum Pferdestall geht. Die Pferdeknechte führen die Pferde aus, der Kommandant  sagt zum Pferdeknecht: Du verfluchter Hund, und zum ihn begleitenden Hund sagte „Du Mensch”. Was für eine Mischung der Begriffe.

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